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Dörren und Trocknen am Ofen

Dörren und Trocknen am Ofen

Die sogenannte Darre, die seit ewigen Zeiten schon zur Lufttrocknung von Lebensmitteln genutzt wird, ist im Prinzip ein simples Gitter, durch das Luft strömt, die dem Trocknungsgut Feuchtigkeit entzieht. Durch das Dörren wird den Mikroorganismen Wasser als Lebensgrundlage entzogen. Viele Bakterien vermehren sich ab einem Wassergehalt von weniger als 35% nicht mehr, um Schimmelpilze zu stoppen wird ein Wassergehalt von weniger als 15% angestrebt. Gedörrt wird (je nach Trocknungsgut) bei 30°-70° Celsius, zu hohe Temperaturen sollten vermieden werden, um keine Garungsprozesse zu bewirken. Je nach Temperatur, Schnittdicke und Wassergehalt des Trocknungsgutes kann die Dörrzeit bis zu 12 Stunden betragen.

In diesem Artikel beschreibe ich den Bau einer einfachen Darre aus Mitteln, die mir im Haushalt zur Verfügung standen bzw. die man sich vom Sperrmüll holen kann. Der Bau hat mich in diesem Fall nichts gekostet. In der ersten Anwendung trockne ich Rosskastanien, um daraus im Winter flüssiges Waschmittel herzustellen. Wie das geht, kann man -> hier nachlesen.

1) Bau der Darre

Ich habe zwei ausrangierte V2A-Bleche mit Lochung als tragfähige Unterlage gewählt und diese mit einer feinen Metallgaze überzogen. Auf diese beiden Bleche gebe ich später das Trocknungsgut.

Dörren und Trocknen am Ofen

Auf der Küchehexe wähle ich mir sodann den kühleren Bereich neben der Feuerstelle. Da auch hier noch große Wärme produziert wird, nehme ich zwei gebogene V2A-Bleche als Abstandshalter, geplant ist, mit ca. 50-60° zu trocknen.

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2) Trocknung und Dörren

Nun gehe ich daran, das Trocknungsgut - in diesem Falle Rosskastanien - soweit zu zerkleinern, dass die Früchte a) schnell und gut durchtrocknen und b) später im Auszug gut zu verarbeiten sind. Die Kastanien schneide ich vor und häcksle sie dann in der Küchenmaschine. Die gehackten Kastanien werden auf die Metallgaze gegeben.

Dörren und Trocknen am Ofen

Die zerkleinerten Kastanien werden auf dem Blech verteilt, das dann auf die Abstandshalter gesetzt wird (hier: ca. 30cm über der Ofenplatte). Auf das Blech stelle ich Winkeleisen, um darüber eine zweite Lage zu platzieren.

Dörren und Trocknen am Ofen

Die zweite Lage hat ca. 6-7 cm Abstand zur ersten und trocknet deutlich langsamer. Alle zwei Stunden tausche ich die beiden Lagen aus, um eine gleichmäßige Trocknung zu erreichen. Später werden die getrockneten Kastanien in Kanistern gelagert und nach Bedarf verwendet.

Dörren und Trocknen am Ofen

Die vorgetrockneten, grob gehackten Kastanien werden nun mit einem starken Häcksler fein zermahlen und noch einmal getrocknet. Dann werden sie in einem ausgedienten Kanister trocken gelagert und können portionsweise zu Waschmittel verarbeitet werden.

Dörren und Trocknen am Ofen

3) Beispiel: Ofendarre

Eine größere Ofendarre ist mit einfachsten Mittel schnell gebaut. Zum Beispiel aus zwei Blechregalen (gibt es im Baumarkt für kleines Geld). Dafür werden die Regalböden "falsch herum" montiert und 5-6 Etagen so hergestellt. Wenn nun Gitter mit Trocknungsgut eingeöegt werden, ist darunter ca. 3cm Platz für warme Luft. Mit zwei Böden werden die sEiten und Aufstandsflächen stabilisiert, das ganzer wird auf eine "Küchenhexe" gestellt. Wierd diese befeuert, ergeben sich Trocknungstemperaturen von 50° (unten) bis ca. 30° (oben). Hier ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann, um ca. 1 Fleischsatte voll Kastanien gleichzeitig zu trocknen. Die Früchte wurden vor der Trocknung gehäckselt.

Trockendarre selbst gemacht
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Noch ein Hinweis zur Lagerung. Um z.B. getrocknete Kastanien als Vorrat übers Jahr zu lagern, schweiße ich sie mit einem Vakuumverschweißgerät in Folie ein (siehe Abbildung unten), dabei verschmelze ich die Öffnungen des Folienschlauches jeweils doppelt, um die Belastungsfähigkeit zu erhöhen. Kühl, dunkel und trocken gelagert, hält sich das Granulat jahrelang als Rohstoff für die Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteln.

Lagern von Trockengut

Es ist möglich, in speziellen Trocknungsräumen zu dörren, diese sollten eine niedrige Luftfeuchtigkeit und gute Belüftung haben. Auch im Backofen kann man Dörren, oder man nutzt spezielle Dörrgeräte (mit Heizung und Gebläse). Eine weitere Möglichkeit ist, sich nach dem Treibhausprinzip aus alten Thermopanefenstern einen Solardörrofen zu bauen. Zu den Nahrungsmitteln, die durch Dörren konserviert werden können, gehören:

  • Obst (Trockenobst), in Scheiben oder Stücken, mit oder ohne Schale; oder als getrocknetes Früchtepüree (Fruchtpaste, Fruchtleder)
  • Gemüse, insbesondere Kraut-, Zwiebel- und Wurzelgemüse, in Scheiben oder Stücken
  • Pilze (Trockenpilze), Kräuter
  • Körner, Kerne und Nüsse
  • Fleisch (Trockenfleisch, Räucherfleisch)
  • Fisch (Stockfisch, Klippfisch)

Das Dörren ist in Krisensituationen (Ausfall der Ver- und Entsorgung) eine gute Methode, um Vorräte haltbarer zu machen und Gewichtsersparnis zu bewirken. Sie können sich meinen kostenlosen Krisen Kompass im Internet als PDF Dokument herunterladen, und zwar hier: http://info.nok.sh

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