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Sturmtief Sebastian 2017

Sturm September 2017

Der frühe Nachmittag des 13. September zeigte sich teils sonnig, teils leicht bedeckt. In den Nachrichten war von einem Sturmtief die Rede, das Böen in Orkanstärke bringen sollte. Zu sehen war davon in der Mitte von Holstein erstmal nichts. Gegen 15:00 Uhr dann zogen dichte Quellwolken auf und leichter, später dichter Regen setzte ein. Um 16:00 Uhr begann die kurze MyHolstein Fototour über Albersdorf, Schafstedt, Meldorf, und ein wenig durch die Wallachei von Dithmarschen.

Die Bäume an den Alleen standen ja noch größtenteils in vollem Laub, was vielen zum Verhängnis werden sollte. Sebastian ist Mitte September ziemlich früh dran, in manchen Gärten blühen noch die Erdbeeren. Unterwegs sahen wir viele Windbruchstellen und zerlegte Alleebäume, die von den Feuerwehren bereits abgeräumt worden waren. Die Straßen lagen voll mit Ästen, Zweigen und Laub, wie man es aus dystopischen Filmen kennt.

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In Albersdorf hatte die Freiwillige Feuerwehr schwer zu tun, pausenlos wurden Einsätze zu umgestürzten Bäumen gefahren. Hier und da wurde sogar das Gehwegpflaster aufgerissen. Im Gespräch mit Feuerwehrleuten erfuhren wir, dass zum Teil die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern, die in der FF Dienst tun, bereits mittags freigegeben haben, damit sie schnell am Einsatzort sein konnten. Wie gefährlich der Einsatz sein kann, konnten wir in Alberdorf am Weg zur Badeanstalt sehen. Hier läuft die Bahnstrecke Büsum-Neumünster parallel zur Straße, einige Bäume waren auf die Gleise gestürzt. Der Nahverkehrszug stand sicher an der Haltestelle in Albersdorf, Fahrgäste wurden nicht gefährdet. Als die Besatzung des Löschzugs mit den Motorsägen die Gleise freiräumen wollte, brachen unter lautem Krachen weitere Bäume und fielen auf den Gleiskörper. Der Zugführer brach den Einsatz wegen der gefährlichen Lage ab, die Strecke blieb bis auf weiteres gesperrt. Der Sicherheitsdienst der Bahn musste die Strecke erst begutachten.

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Von Albersdorf aus ging es für MyHolstein dann nach Meldorf, um dort im Speicherkoog mal nach dem Rechten zu schauen. Dort liegen direkt hinterm Deich das Natur- und Vogelschutzgebiet Kronenloch, das Miele Speicherbecken und der beschauliche Meldorfer Hafen. Bereits bei der Annäherung an das Areal, das durch seine riesigen Sanddornhaine bekannt ist, konnte man sehen - dass man nichts sah. Alles grau. Dichte Regenschauer, Wolken und die Wasseroberfläche verschwammen zu einem diffusen Aquarellbild, mit Mühe und Not konnte man den Deich noch erkennen. Am Wehr angekommen, wurde man von peitschendem Horizontalregen empfangen, der binnen Sekunden durch jede noch so feine Naht in die Kleidung eindrang. Einige Wagemutige standen oben auf der Deichkrone beim Denkmal "Trutz Blanke Hans" und ließen sich vom Sturm mal ordentlich durchpüstern. Das auflaufende Wasser der Nordsee wirkte unruhig und stark bewegt, aber eine Gefährdung der Anlagen war nicht erkennbar.

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Sebastian hat in den Städten wohl für Versicherungsschäden gesorgt und die Medien berichten, dass leider Menschen bei Unfällen zu Tode kamen. Der Sturm war heftig, er kam früh und wir werden uns wohl noch ein Weilchen an ihn erinnern. Doch im Vergleich zu dem, was die Karibik und die amerikanischen Südstaaten nur wenige Tage zuvor durchgemacht haben, bleibt dieser Sturm dann doch eher das, was der Norddeutsche als "büschen Wind" bezeichnet.


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