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Blutspendetermin im WHG Heide

Auch dieses Jahr fand wieder eine Blutspende am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Heide vom Deutschen Roten Kreuz statt. 22 Schüler, ehemalige Schüler und Lehrer erklärten sich am 15. Mai 2013 von 13 bis 16Uhr wieder bereit, Blut zu spenden, um anderen Menschen zu helfen.

Fotos & Text von Salomé Thode

Die Veranstaltung am 15 Mai 2013 begann um 11Uhr Vormittags mit den Vorbereitungen, bei denen die Schulsanitäter des Werner-Heisenberg-Gymnasiums fleißig mithalfen. Es wurden Brötchen geschmiert, Getränke bereitgestellt und die benötigten Räume dementsprechend präpariert. Es ist allgemein bekannt, dass es immer wieder zu Engpässen in der Versorgen mit Blutkonserven kommt. Um 13 Uhr ging es dann los. Es kamen gleich ein paar Schüler, teilweise auch welche die wenig Zeit hatten, aber trotzdem noch schnell etwas Gutes tun wollten. Der Spender selbst muss sich zu aller erst mit Namen anmelden und einen Fragebogen ausfüllen, der Risiken ausschließen soll. Wenn alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet worden sind, geht es zur nächsten Station. Es wird ein schnelltest gemacht, der den Hämoglobinspiegel misst, um nachzuprüfen, ob der Wert des Hämoglobins, das den Sauerstoff im Blut bindet um ihn zu transportieren, auch in Ordnung ist. Wenn das alles stimmt ist, hat man die Erlaubnis 500ml Blut zu spenden. Doch vorher geht es noch schnell zum vorhandenen Arzt, der einem nochmal die Prozedur erklärt und den Fragebogen bespricht. Schnell wird noch der Blutdruck gemessen und dann geht es auch schon in den Raum, in dem das Geschehen hauptsächlich stattfindet. Es stehen Liegen bereit und freundliche, professionelle Helfer, die einem zur Seite stehen. Auf einer Liege platziert wird einem auch gleich schon eine Nadel in den Arm gestochen, damit Blutproben genommen werden können. Dann fließt das Blut in den Beutel, damit man später im Labor das Blut auf Krankheiten untersuchen kann, bevor es einem bedürftigen zugeführt wird. Das Spenden selbst dauert ungefähr 10 Minuten, in denen man brav einen Ball in der Hand kneten sollte, in dem die Nadel liegt, damit der Blutfluß nicht zu langsam ist. Wenn der Beutel voll ist und der Spender um 500ml Blut ärmer, ist Vorsicht geboten, denn gerade bei Erstspendern kann es passieren, dass ein Schwindelgefühl oder Übelkeit auftritt. Deswegen achten die Mitarbeiter streng darauf, dass man noch mindestens fünf Minuten liegen bleibt und nur, wenn man sich gut fühlt sich langsam aufsetzt. Genug Essen und Trinken ist selbstverständlich auch ein wichtiger Faktor, auf den ein Auge geworfen wird und wenn der Kreislauf stabil ist, stehen Brötchen, Kaffee, Tee und sonstige Getränke in einem extra Raum bereit. Nun geht es nur noch darum in etwa eine halbe Stunde Geduld aufzubringen und zu warten bis man wieder sicher fit ist, um den Heimweg anzutreten.
Im Rahmen der Veranstaltung hatte ich Gelegenheit, mit dem Referenten für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing des Blutspendedienstes Nord-Ost, Matthias Schlüter zu sprechen, der mir etwas über den typischen Spender berichten konnte. Der Durchschnittliche Spender ist zwischen 40 und 60 Jahre alt, doch die Anzahl der Spender sinkt jedoch leider, was im Grunde auf den demographischen Wandel zurückzuführen ist. Um dem entgegenzuwirken werden vermehrt Berufsschulen und Gymnasium als Veranstaltungsort ausgewählt um vorrangig die Jugend im Hinblick auf die Problematik des Spenderschwundes zu sensibilisieren. Statistisch gesehen brauchen zwei von drei Menschen in ihrem Leben eine Blutspende oder ein entsprechendes Präparat. Es liegen die verschiedensten Gründe vor, weshalb Menschen sich entschließen Blut zu spenden, zum Beispiel vermittelt es das Gefühl etwas gutes getan zu haben und mehr als einem Menschen zu helfen. Manche Leute gehen allerdings nur zum Spenden, weil es andere auch tun.

Ein Irrglaube ist es unter anderem, dass das gespendete Blut nur gebraucht wird um Unfallopfern zu helfen, doch die Statistik aus dem Jahr 2010 sagt etwas anderes. Das meiste Blut wird im Bereich der Krebserkrankungen gebraucht ( 26% ), dicht gefolgt von den Herz,- und Lungenerkrankungen, die oftmals während oder nach einer Operation dringend eine Bluttransfusion benötigen. Magen- und Darmerkrankungen nehmen 19% der Blutkonserven in Anspruch und erst danach kommt der Bedarf für Unfallopfer mit 15 % . Bluterkrankungen (5 %), Geburtskomplikationen ( 4 %) und Knochen-, Gelenkerkrankungen ( ebenfalls 4 % ) benötigen am wenigsten des gespendeten Blutes.

Ein auch in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiertes Thema ist das homosexueller Blutspender. Die Bundesärztekammer legt fest, wer Blut spenden darf und wer nicht. Homosexuellen ist es nicht erlaubt ihr Blut für einen guten Zweck zu spenden. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge werden etwa zwei Drittel der HIV-Neuinfektionen bei Homosexuellen registriert. Dies wird als Grund für die Verweigerung gegenüber Homosexuellen angeführt, wobei diese Statistik natürlich nicht aussagekräftig sein kann, denn nicht jeder Blutspender wird seine sexuelle Ausrichtung hier offenbaren. Herr Schlüter hat sich über diese Vorgaben kritisch geäußert. Nicht nur aufgrund seiner persönlichen Meinung zu dem Thema, sondern wirft dieses Ausschlusskriterium auch ein schlechtes Bild auf das Blutspenden. Jedoch können die Mitarbeiter hier nicht eigenständig entscheiden, da sie den Vorgaben folge zu leisten haben.

Fazit:
Blutspenden wird immer ein wichtiges Thema bleiben. Ziel sollte es sein im verstärkten Maße junge Menschen für diesen Dienst an der Gemeinschaft zu bewegen. Man hätte sich wünschen können, dass auch am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Heide mehr Lehrer als Vorbild zum Blutspenden erschienen wären.



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