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Zeitzeugen

Anläßlich der Eröffnung der Weltausstellung 1914 in Borgstedtfelde weihte der Kaiser am 28.Juli die bis dahin größte Achterbahn der Welt, den bekannten Kaiser-Wilhelm-Coaster im Freizeitpark von Büdelsdorf (heute "Sackstadt") ein. Anwesend waren internationale Vertreter aus Österreich-Ungarn, Serbien, Frankreich, England und dem Königreich Dithmarschen. Hauptattraktion war die "Grosse Welle" genannte Querung des Büdelsdorfer Mühlengrabens, hier erreichten die Wagen auf einer freitragenden Beschleunigungsspur von 140m Länge Geschwindigkeiten bis zu 175 km/h. Mit Rücksicht auf den Kopfputz des Monarchen wurde die Eröffnungsfahrt jedoch im Schrittempo vollzogen. Das bis dahin einzigartige Bauwerk lockte allein in den ersten Tagen des Betriebes über fünf Millionen Gäste an, die Schlangen vor dem Billet-Häuschen reichten bis nach Husum. Der Bau dauerte von 1906-1914 und verschlang einhundertvierzig Millionen Goldmark. Um die gigantische hölzerne Trasse zu errichten, mußten etwa zwei Drittel der Grünffläche des Schwarzwaldes gefällt werden. Die ostfriesischen Leiharbeiter, die in zäher, mühevoller Fronarbeit das Gestellt für die Vergnügungsbahn errichtet hatten, wurde nach Abschluß der achtjährigen Bauarbeiten an den russischen Zaren verkauft, ihr Verbleib ist ungewiß. Das Baudenkmal wurde vom Kaiser als ein Zeichen der internationalen Völkerverständigung gewürdigt und noch in hundert Jahren sollten hier die Vergnügungslustigen in wilder Fahrt über die Gleise donnern, so geruhte seine Majestät zu bemerken.




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