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Fördefestival in Laboe

Am 18.Mai 2013 war es soweit: Das erste FÖRDE FESTIVAL OPEN AIR startete in Laboe am Strand. Das wohl bislang gediegenste Kurkonzert, welches das Ostseebad erlebte, ging an den Start. Mit dabei waren bekannte Bands wie Illegal 2001, Unheilig und andere. Ein Bericht von Olaf Francke ©presseagentur.sh


Vorarbeiten: Bereits am 13.05. begannen die Aufbauarbeiten in der Nähe der Schwimmhalle. Der Veranstalter, die Firma Förde Festival Veranstaltungs GmbH aus Mönkeberg hat keine Mühen und Kosten gescheut, um eine professionelle Bühnentechnik bereitzustellen. Zwischen Schwimmhalle und U995 wurde ein großer Strandabschnitt abgesperrt und planiert, um als Veranstaltungsareal zu dienen. Auf einer befestigten Behelfsstraße transportierten LKW die Bühnenkonstruktion heran, fleißge Monteure begannen unmittelbar mit dem Aufbau. Zwei Tage später stand bereits der Sicherheitszaun, zahlreiche Toilettenhäuschen, einige Getränkestände und die Unterkonstruktion der Bühne, die am 15. beplankt wurde. Schallrichtung ist ostwärts in Richtung des U-Bootes, vor der Bühne stand dann der Turm für die Technik. Beim Aufbau kamen die Männer zum Teil gehörig ins Schwitzen, denn am Mittwoch zeigte sich der Sommer schon einmal von der besten Seite. Für die Road Crew war der Aufbau im Sand sicher kein Heimspiel, mit Manitouladern und Schleppern kämpfte man sich mehr schlecht als Recht durch den lockeren Untergrund. Letztlich jedoch sind Probleme dazu da, um sie zu lösen, also wurde die Bühne natürlich pünktlich fertig. Und so entstand hier in Laboe zum ersten Mal eine professionelle Bühnenanlage in dieser Größenordnung. Hier einige Impressionen vom Aufbau am 15.Mai (zum Vergrößern auf die Bilder klicken):




  • Einige Kurzinfos in der Übersicht:
  • Veranstalter: Förde Festival Veranstaltungs GmbH; Heikendorfer Weg 18 in 24248 Mönkeberg, Alexander Ristow & Sven Fiedler (rechts im Bild. ©Foto: Förde Festival Veranstaltungs GmbH)
  • Veranstaltungsleitung: Sebastian Amft -> Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Pressestelle: Tade Peetz -> Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Veranstaltungszeitraum: Samstag, 18.05.2013 14:00-22:00 Uhr - VIP Aftershow ab 22:30 Uhr
  • Bands: Lions of Nebraska, F.R.E.I., Alive and Kicking (Simple Minds Tribute Band), Björn Paulsen, Illegal 2001, Tonbandgerät, Staubkind und Unheilig.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung gab es Änderungen, so musste der Künstler Roland Bless wegen einer Erkrankung seinen Auftritt absagen, als Ersatz kam die Band Staubkind aus Berlin ins Programm. In den Umbaupausen waren das Künstlerduo TM Folk (Thomas Hardrath,18 und Mads Knoth,17) sowie Formationen aus der Tanzschule Kathrin Giesen in Itzehoe eingeplant. Leider fiel der zweite Auftritt der Tanzformation buchtäblich ins Wasser, die Bühne war durch den Regen am Abend zu nass für die weitere Vorführung.



Technisch gut gelöst wurde durch die Veranstaltungsleitung in Kooperation mit der Gemeinde das Parkplatzproblem. Straßen im Ort und bis in die Nachbargemeinden wurden zu Einbahnstraßen deklariert und einseitig als kostenlose Parkplätze eingerichtet, ein Shuttleservice mit Bussen gegen geringes Entgelt (€ 2,-) wurde bereitgestellt. Die KVG stockte ihre Buslinien auf, auch die Fährschiffe auf der Förde sollten helfen, den Besucheransturm zu bändigen. Ein schlüssiges Verkehrskonzept ist bei tausenden Besuchern natürlich auch nötig.

Bei der Laboer Einwohnerschaft traf die Idee dieses Festivals auf geteilte Meinungen, zumal jedem Anwohner klar sein mußte, dass dieser Tag eher unruhig und natürlich laut wird. Allerdings war die Beschallung in Richtiúng Ortskern und Hafen erstaunlich gering, ein weiterer Hinweis auf gute Organisation. Während einige Bürger diese Veranstaltung und die damit einhergehende PR guthießen (was man anhand der Haus-, Balkon- und Dachparties feststellen konnte), waren andere in Sorge wegen des starken Besucherstromes. Wobei es dabei nicht unbedingt die zahlenden Gäste waren, die den Bürgern Sorgen machten, sondern eher die Besucher, die sich um das Festival herum drapierten und feuchtfröhliche Kurzweil suchten. Dieses Problem ist in den Ostseebädern nicht unbekannt, und die Festivalsecurity der Firma Stolzenburg, die in Kompaniestärke vor Ort angetreten war, händelte diese Situation mit Freundlichkeit und Kompetenz hervorragend..

Die Idee eines solchen Festivals ist grundsätzlich wohl positiv zu bewerten, auch wenn manche Laboer vor lauter Wein,- Hafen-, Herings- und Shanty-Fest-Beschallung sicher auch gern mal ein Wochenende Ruhe hätten. Sicherlich wäre es angeraten, für das von Urlaubern gut frequentierte Ostseebad diesbezüglich ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, das auch für junge Menschen Anreize bieten kann.


Am frühen Nachmittag dann war es soweit. Bühne klar, Platz geräumt, Sound gechecked. Es konnte also losgehen. Zu Beginn der Veranstaltung hielt sich der Besucherzustrom noch stark in Grenzen, allein einige wohl recht hartnäckige Fans des Main Acts stürmten den Frontstagebereich und sicherten sich Stehplätze in der ersten Reihe.

Den (immer etwas schwierigen) Anfang im Lineup machte die Kieler Band LIONS OF NEBRASKA, eine fröhliche Musikertruppe, die mit rockigem Sound und erfrischenden Ska-Elementen das noch etwas zurückhaltende Publikum in Schwung brachte. Man darf wohl annehmen, dass man von dieser Combo in Zukunft noch hören wird, denn was sie ablieferte, war grundsolides musikalisches Handwerk. Hier ein paar Bilder:


Danach dann spielte die Band STAUBKIND, die kurzerhand für Roland Bless eingesprungen war. Die Berliner Gruppe, die schon öfter im Vorprogramm von Unheilig gespielt hatte, konnte einige der angereisten Fans mit ihren rock-pop-basierenden deutschsprachigen Stücken begeistern, der extrovertierte Sänger Louis Manke suchte immer wieder den Kontakt zu den Zuschauern. Leider startete der Auftritt mit einigen Schwierigkeiten in der Technik, die jedoch schnell behoben waren. Für Freunde der deutschen Rockballade sicher ein Genuss. Hier einige Bilder:

Später dann spielte BJÖRN PAULSEN aus Niebüll, ein ebenfalls deutschsprachiger Interpret, der mit eher einfachen Texten sein Publikum zu erreichen suchte, und damit durchaus ins Programm passte.


Nachdem die Tanzformation aus Itzehoe die Umbaupause mit einigen beeindruckenden Einlagen verkürzt hatte, wurde es laut im Publikum. Mann konnte meinen, der "Graf" und seine Mannen hätten die Bühne geentert, doch weit gefehlt. Die quietschlebendige Truppe von ILLEGAL 2001 stürmte das Parkett und verbreitete schlagartig Mitsingstimmung und beste Laune. Thomas, Jens, Fred, Fiete und Chrischi erschienen in Panzerknackerkostümen, und es ging auch gleich "Volle Kanne" los. Thomas Lötzsch, der Sänger der Band, ist ja von Natur aus eine Frohnatur, er sabbelte spaßig auf seine Zuschauer ein und der Funke sprang sofort zum Publikum über. Das hätte Otto Waalkes nicht besser gekonnt. Es wurde mitgesungen, getanzt, geklatsch und ordentlich (nicht schön, aber laut) rumgegrölt. Sogar Gitarrist Christian Warkocz kam auf Umdrehungen und verwandelte sich kurzzeitig in einen Guitar Hero, sehr zum Vergnügen der Zuschauer, von denen natürlich fast alle die muntere norddeutsche Truppe kannten. Auch nach über zwanzig Jahren haben sie es immer noch drauf, die Mannen. Hier einige Bilder von dem dynamischen und mitreißenden Auftritt:

Gegen zwanzig Uhr war es dann soweit. Viele Fans hatten den ganzen Tag über in ihrer Pole Position am Graben ausgeharrt, um ihrem Idol entgegenfiebern zu können. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass einige der angereisten Damen mittleren Alters nicht zum ersten Mal auf einem Konzert der Main Act Band waren, in ehrfürchtiger Verzückung harrten sie der Dinge, von denen sie sekundengenau und exakt wussten, was da kommt, als die Lichtanlage in Betrieb genommen wurde und der Zwischenvorhang auf der Bühne fiel. Der GRAF gab sich die Ehre, sein Jubelvolk mit UNHEILIG zu beglücken. In seiner ihm eigenen Art zappelte er sich über die inzwischen völlig nassgeregnete Bühne, mit kräftiger Stimme die Balladen von Herzschmerz und Sehnsucht intonierend, sehr zur überschwänglichen Freude der mit gedeckten Farben gekleideten Damenwelt im emotionalen Schmelztiegel des Frontstagebereiches, der allerdings nur ausgesprochen mäßig gefüllt war, obschon noch einige Promo-Karten-Inhaber mit Bierchen in der Hand im Areal die Füße wippten. Der absolute Bringer war Unheilig dann wohl doch nicht, aber so kam wenigstens keine Platzangst auf. Aber, man muß dem Sänger der Band wirklich attestieren, das er seinen Fans etwas bietet. eine adrenalingeladene Show, die er sich auch nicht von niedergehenden Regenschauern vermiesen ließ, manch anderer Künstler hätte da wohl einen Rückzieher gemacht. Nein, man kann dem "Grafen" sicher nicht nachsagen, dass er nicht für seine Fans da sei. Die Musik, eine Form des neuen Deutschen Schlagers mit Chart-Anbindung und steigendem Altersdurchschnitt im Publikum, ist, wie so oft im Leben, natürlich Geschmackssache. Wer es mag... Hier noch einige Bild-Studien zum Thema Körpersprache im Unterhaltungsgeschäft:


Epilog: Es gab ein paar Dinge, die unser Redaktionsteam ein wenig gestört haben an dieser sonst so interessanten Veranstaltung. Trotz Zusicherung der Veranstaltungsleitung konnte wir leider nicht aus dem Backstagebereich berichten, auch der versprochene Arbeitsraum wurde nicht zur Verfügung gestellt, und das Management der Band Unheilig gestatte Fotos nur während der ersten drei Lieder. Davon mag man halten, was man will. Die Bands Tonbandgerät, F.R.E.I. und Alive and Kicking haben wir leider nicht gesehen, da wir in Ermangelung eines Arbeitsraumes unser mobiles Redaktionsbüro in einem etwas vom Veranstaltungsort entfernten Privathaushalt aufgeschlagen hatten. Nichtsdestotrotz darf man den Veranstaltern attestieren, dass sie eine gut gelungene Sache initiiert haben und sich viel Mühe machten, den Besuchern, die immerhin nicht wenig für diese Gaudi gezahlt haben (bis zu € 149,- p.P.), einen angenehmen Tag zu bereiten. Bis fast zum Schluss spielte sogar das Wetter eingermaßen mit, nur der Auftritt des "Grafen" fand zum Teil in erhöhter Luftfeuchtigkeit statt.. Mit einem mittelschweren Absturz ins Bett verabschiedet sich das MY HOLSTEIN Redaktionsteam zu vorgerückter Stunde nun aus einem langen Arbeitstag!


Olaf Francke und Salomé Thode

Zum Abschluß noch einige Impressionen vom ersten
Förde Festival in chronologischer Reihenfolge.
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