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Strand am NOK verschwunden

Der Nord-Ostsee-Kanal ist nun um eine Attraktion ärmer. Der beschauliche kleine Badestrand bei Hochdonn am Kanalkilometer 21 wurde baulich umgestaltet in einer Art, die möglicherweise zweckmäßig ist, jedoch für die Besucher der Badestelle alles andere als zufriedenstellend. Die am nördlichen Kanalufer in der Bucht gebaute Uferbefestigung aus schweren Steinblöcken wurde nun durch die gesamte Bucht weitergeführt. Damit wurde der vorhandene Sandstrand komplett von Wasser abgetrennt, bzw. in eine Sandkiste verwandelt. Hier ein Bildvergleich 2012/2013:


Vorher: Familien am Strand, spielende Kinder, die den von den vorbeifahrenden Schiffen erzeugten Wellen nachjagen, ein flacher Uferbereich, in dem sogar Babys im Matsch pütschern können. Durch die "Tide", welche entsteht, wenn Schiffe vorbeifahren und das Wasser aus der Bucht ziehen und wieder einströmen lassen, ist das Wasser stets frisch und sauber.

Nachher: Kaum Besucher, einige größere Kinder werfen aus lauter Frust Steine auf die Mauer. Vor dem massiven Steinwall staut sich schmutziges Wasser, Äste, sogar Kleidungsstücke schwappen im brackigen Wasser herum. Insgesamt drei Treppen führen auf einer Wallstrecke von ca. 200m ins Wasser, das sofort knietief an der Mauer beginnt. für Kleinkinder nicht zu gebrauchen, barrierefrei ist etwas anderes.

Während vorher sich Eltern nur zu sorgen hatten, dass ihre Jüngsten nicht ins Wasser krabbelten, besteht nun an der abschüssigen Steinmauer Verletzungs- und Ertrinkungsgefahr, wenn ein Kleinkind dort ausrutscht und ins Wasser fällt. Erwachsene Besucher äußern sich durchweg negativ über diese Veränderung, niemand findet das gut. Es ist auch fraglich, ob die Beseitigung des Sandstrandes in Klein Westerland wirklich zu den dringendsten Sanierungsarbeiten am NOK gehört. Es mag wohl sein, das diese Barrikade nicht Millionen gekostet hat, dennoch ist angesichts des zeitgleichen Ausfalls einer Großschleuse in Brunsbüttel, die Schiffen sechs Stunden und mehr Wartezeit eingebracht hat, eine solche Baumaßnahme mit öffentlichen Mitteln eine reine Verschwendung derselben.

Hier noch ein paar Bilder vom neuen "Westwall":


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Update 12.06.2013:

Stellungnahme des Herrn Thomas Fischer, Sachbereichsleiter 1 des WSA Brunsbüttel, zu unserem Artikel:

Der Unmut aller Betroffenen ist absolut nachvollziehbar, zumal der Freizeitwert der Badestelle Klein Westerland deutlich abgenommen hat. Leider waren die Maßnahmen zwingend erforderlich, da der Sand der Badestelle durch das Schraubenwasser der vorbeifahrende Schiffe in das Fahrwasser des Nord-Ostsee-Kanals gespült wird, sich somit Untiefen bilden, die letztlich die vorbeifahrende Schifffahrt gefährden. Dieser Effekt hat sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt und ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf die zunehmenden Schiffsgrößen zurückzuführen. Andere Maßnahmen, wie z.B. eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für größere Schiffe führten leider nicht zu einer Verbesserung der Situation, sodass als letztmögliche Alternative die Befestigung des Uferbereiches blieb.

Nachtrag der Redaktion:

Für die Planer des WSA ist es natürlich -völlig verständlich- schwierig, hier den Spagat zwischen Attraktivität und Funktionalität zu vollziehen, ähnlich wie es z.T. bei den Diskussionen um den NOK Uferbewuchs der Fall ist. Dass technische Erfordernisse den Umbau erforderlich machten, soll auch nicht in Abrede gestellt werden, doch das macht die Situation für die Besucher an der Badestelle nicht besser. Sicher, Schwimmer können den Platz weiter nutzen, Sonnenhungrige auch, nur Familien mit Kindern haben hier mal wieder das Nachsehen. Es ist sehr bedauerlich, dass im Vorfeld nicht z.B. ein öffentlicher Ideenwettbewerb ausgeschrieben wurde oder ähnliche Maßnahmen.



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